350-jähriges Bestehen der Brauerei Wieninger

Wieninger Einzelmeldung

 

26.09.2016

Handwerker- und Bauernmarkt fand wieder guten Anklang

Eine ganze Woche lang wurde jetzt in Teisendorf gefeiert. Da konnte die Freiwillige Feuerwehr Teisendorf auf ihr 150jähriges Bestehen zurückblicken, verschiedene Teisendorfer Vereine luden zu Unterhaltungsabenden ein und am vergangenen Sonntag feierte die königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Teisendorf ihr 400jähriges Bestehen. Doch was wären all diese Feiern, wenn es dazu nicht die richtigen Getränke gäbe, für die die Teisendorfer Brauerei zuständig ist und die konnte heuer ihr 350-jähriges Bestehen feiern. Es ist kaum vorstellbar, so ein Jubiläum nicht zu feiern und so lud die Brauerei am vergangenen Sonntag zum Abschluss der Festwoche noch zu einem Tag der offenen Tür in der Brauerei ein, verbunden mit einem Handwerker- und Bauernmarkt.

Begonnen hat alles vor 350 Jahren, als am 28. März 1666 der Salzburger Erzbischof Guidobald Graf von Thun das Schaidinger Brauhaus in Teisendorf erwarb, wie aus einer Urkunde hervorgeht, die als ältestes Dokument der Privatbrauerei M.C. Wieninger gilt. Dem Kauf vorausgegangenen waren längere Streitereien zwischen Kardinal Guidobald und dem Teisendorfer Tobias Schaidinger, der damals bereits Weißbier braute. Bereits nach nur wenigen Monaten nach dem Kauf wurde wieder Weißbier gebraut. Zwei Wochen später war kein „WaizenPier“ mehr vorhanden und es haben bereits „vill Leith uf ein neues fürbestellet“, so steht es in den Urkunden.

Schuld war sicher dabei auch, dass Weißbier damals rar aber sehr beliebt war und Guidobald in seinen fünf Pflegegerichten einen Bierzwang erlassen hatte.

Die Geschichte weiß von vielen Höhen und Tiefen der Brauerei zu berichten. Eine gute Wende nahm sie, als der aus dem Bayerischen Wald stammende Philipp Wieninger im Februar 1813 nach Teisendorf übersiedelte und die Brauerei übernahm. Seitdem geht die Brauerei in der 7. Generation vom Vater auf den Sohn über. Somit konnte die Familie Wieninger bereits vor drei Jahren ihr 200-Jahr-Jubiläum in Teisendorf feiern.

Heute sind Christian und Stefan Wieninger die Ansprechpartner in der Brauerei, die mit 110 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Teisendorf und auch ein großer Förderer und Unterstützer der heimischen Vereine und Organisationen.

Zur Feier 350 Jahre Braustätte in Teisendorf lud nun die Brauerei zu einem Tag der offen Tür ein, bei der die Besucher einen Blick hinter die Kulissen tun und sich ganz genau darüber informieren konnten, wie Bier gebraut wird und was alles hinein kommt. Braumeister Bernhard Löw ließ es sich nicht nehmen, zu diesem Anlass drei neue Biere zu kreieren. Da ist das dunkle und das helle Lagerbier zu nennen, das kaltgehopft und unfiltriert ist und das ebenfalls ungefilterte Weißbier naturtrüb. Natürlich durfte dann bei der Brauereiführung der Probeausschank nicht fehlen.

Während in der Brauerei über das Bier gefachsimpelt wurde, konnten sich die Besucher auf dem Brauereigelände am Handwerker- und Bauernmarkt erfreuen. Gleich am Eingang waren zwei Schmiede zu finden, die mit ihrer Esse Eisen erhitzten und dann schöne Blumen und Gegenstände daraus formten, daneben war ein Eisstockdreher  zu finden. Es waren auch Stände mit Nudeln, Marmeladen, Honig, Bauernbrot und Wein zu finden. Die Gartenbäuerinnen aus der Gemeinde Teisendorf  hatten verschiedene Handarbeiten gefertigt, wie gestrickte Socken,  Bastelarbeiten und Klosterarbeiten, während die Landfrauen für Kuchen und Gebäck zuständig waren.

An einem anderen Stand waren bunte Kopftücher zu finden, daneben dann Keramikschalen und -Behälter. Ganz lieb anzuschauen waren auch die vielen Heufiguren und die Waren auch echter Schafwolle, gestrickt oder gefilzt.

Auch ein Büchsenmacher war da, der für Böller aller Größen das Schloss fertigt und Gürtelschließen und Anstecknadeln erstellt. Sehr gut besucht war auch die Historische Apotheke, bei der Dr. Fabian Seibert zeigte, wie früher Pillen gedreht und Pechsalbe hergestellt wurde und vieles mehr.

Fehlen darf bei einem solchen Markt auch die Jägerschaft nicht. Hier war auch ein Künstler zu sehen, der mit seiner Motorsäge die feinsten Kunstwerke schneiden kann, gleich daneben waren echte Holzrechen und deren Ersatzteile zu finden. Und auch zwei Schindelmacher waren fleißig bei der Arbeit.

Damit es den kleinen Kinder nicht langweilig wurde, gab es ein nostalgisches Karussell, die Größeren konnten Ponyreiten oder am Kletterturm emporklettern,  und beim Stand der Bayerischen Sprache konnte man überprüfen, ob man auch noch die alten Ausdrücke kenne. Alles in allem ein rund um gelungener Markt.