AH-Fußball-Endrunde im Wieninger-Pokal

Wieninger Einzelmeldung

 

20.09.2011

Im Teisendorfer Stadion scheiterte TSV Chieming  zwei Mal in den Finals  der A- und B-Seniorenmannschaften

Technisch versierte, ballgewandte, kombinations-

sichere und konditionsstarke Alt-Herren-Fußballer kennzeichneten die Senioren-Finalspiele 2011 im Wieninger-Pokal. Das Teisendorfer Stadion war zum Abschluss am Samstagnachmittag Austragungsort  bei optimalen  Bedingungen. Allerdings sahen nur insgesamt knapp 100 Besucher den überzeugenden Abonnement-Sieg des SV Kirchanschöring für A-Senioren (Akteure ab 32 Jahre) und nach mehr-

maligem Anlauf das nun  erstmals geglückte Cham-

pionat der  SG Schönau für  B-Senioren (ab 40).

 

Die jeweilige Konkurrenz vom TSV Chieming blieb trotz wackerer Gegenwehr auf der Strecke, wobei  das Endspiel der B-Kicker nach einem 1:1-Remis in einen Elfmeterkrimi  mündete und die Schönauer mit Goalie Wolfgang Hirtl einen  Matchwinner mit Killerinstinkt in ihren Reihen hatten, der beim 4:3-Endstand sensationell vier Strafstöße entschärfte. Höher als 4:0 hätten die A-Senioren des SV Kirchanschöring gewinnen können, denn 90 Minuten stand die Chieminger Spielhälfte unter Dauerbelagerung. Trotzdem gilt vor allem jenen TSV-Fußballern aus dem älteren B-Seniorenbereich ein Sonderlob, die durch das Aufgebot von zwei Endspielmannschaften angesichts dadurch resultierender Personalknappheit sporadische  Doppeleinsätze bei den A-Senioren  absolvieren mussten.

Die Endrundenbegegnungen wurden zunächst eingeleitet mit dem Kräftemessen der  Ballkünstler ab 40 Jahre zwischen  TSV Chieming – SG Schönau. In der ausgeglichenen ersten Halbzeit  verzeichnete das Siegi-Schön-Ensemble vom Chiemsee ihre besten Chancen  von Thommy Mair (scheiterte  zwei Mal an Keeper Hirtl) und Wolfgang Mayer (knapper Fehlschuss aus 20 m). Auf der  Gegenseite behauptete sich jeweils per Fußabwehr  Torhüter  Bernhard Neuhauser in den Duellen gegen Hans Stöckl und Leo Hasenknopf. 

Nach dem Seitenwechsel avancierten die Schönauer zum eindeutigen Dominator, doch Stöckl, Herbert Rasp, Georg Maier und Hans Klein scheiterten entweder am Keeper oder vergaben knapp. Schließlich schien in der 79. Minute das 1:0  von Hans Stöckl spielentscheidend zu sein, doch postwendend  deutete Referee Christian Greim (SV Oberteisendorf) auf den Punkt nach einem Strafraumfoul an Thommy Mair. Sicher verwertete  Wolfgang Mayer ins rechte Eck. Nicht nur weil die Schönauer die vorangegangene Szene anders sahen, wurde das Geschehen auf dem Rasen etwas aggressiver. In der Nachspielzeit sahen nach einer  Rangelei am Boden den Rotkarton Josef Heitauer (Chieming) und  Georg Meier (Schönau) sowie mit dem Abpfiff auch noch gelb-rot der Schönauer  Franz Rasp.

Der anschließende Elfermarathon stand im Zeichen der Tormänner:  Bernhard Neuhauser  wehrte zwei Schüsse ab und  Wolfgang Hirtl gar vier Bälle. Als elfter Schütze  brachte  schließlich Herbert Rasp die SG 3:2 in Front und da nachfolgend Thommy Mair  an Hirtl scheiterte, stand der umjubelte Sieg und vor allem Elfmeterkiller  Hirtl im Mittelpunkt der Glückwunschovationen seiner Vordermänner. Die Schönauer standen bereits drei Mal im Finale, ohne es zu gewinnen. Nach zweijähriger Abstinenz hatte man sich wieder bis ins finale Kräftemessen hinein qualifiziert - dabei beispielsweise im Halbfinale Kirchanschöring 2:0 besiegt -  und diesmal klappte es endlich zum Showdown mit dem ersehnten Platz 1, gut auch für das Prestige.

Schiedsrichter Alois Huber vom TSV Palling pfiff gleich anschließend das Endspiel der „ab 32-Jährigen“ zwischen TSV Chieming und Titelverteidiger SV Kirchanschöring an. Von Beginn an war es ein Treffen zwischen David und Goliath, denn der SVK  trat nahezu in gleicher  Besetzung an, in der heuer das Oberbayernfinale gegen den FC Bayern München bestritten wurde. Das Spielgeschehen verlagerte sich schnell  in die TSV-Hälfte. Armin Kendler erzielte  schon frühzeitig aus 25 m ein fulminantes „Torpedotor“ exakt in den linken Torwinkel. Der gleiche Schütze hätte im Doppelpack den zweiten Treffer nachlegen können, doch sein Schuss  vom linken Sechzehnereck  an die Lattenunterkante prallte ins Feld zurück. Das 2:0 resultierte aus einem an Kendler verursachten Strafstoß, den Stefan Dürnberger souverän verwandelte. In der 37. Minute wieder einer der  feinen SVK-Spielzüge, eingeleitet von Günter Heberle mit einem Querpass zu Berni Brüderl, der das Leder nur noch einzudrücken brauchte – 3:0.

Mit mehrfachem Dusel, einer sehr guten Torwartleistung von Stefan Lechner und auch insgesamt drei Einschüssen, die der Schiedsrichter größtenteils aus Abseitsgründen nicht anerkannte, entging Chieming  relativ lange einem vierten Gegentreffer, der dennoch im letzten Schlussdrittel fiel. Die Eckenhereingabe von Sepp Aschauer landete zielgenau bei Gerhard Feil, der unbedrängt einköpfte. Nach einer  reflexartigen Torwart-Abwehr hatte SV-Kapitän Christian  Surer am rechten Torpfosten die  große Möglichkeit  sich ebenfalls in die Torschützenliste einzutragen, doch  aus zwei Metern lupfte er das Leder über die Kreuzeckkante.  Kurz vor Spielende  konnte sich der bis dahin arbeitslose  Kirchanschöringer Schlussmann  Andreas Hummelsberger schließlich auch noch auszeichnen, indem er einen wuchtigen, exakt  unter die Latte gezirkelten Freistoß von Thomas Umkehrer mit einer Faust über den Querbalken lenkte und beide Akteure dafür verdienten Sonderapplaus erhielten. Die Partie endete schlussendlich hochverdient 4:0 für den nunmehr bereits fünfmaligen A-Senioren-Endspielsieger aus Kirchanschöring.

 

Siegerehrung

Lob und Anerkennung für Einsatz und Top-Leistungen nicht nur an die Spieler der vier Finalteams sondern allen an der diesjährigen Pokalrunde beteiligten  Mannschaften und Referees galt der Dank von Spielleiter Andreas Mayländer, ebenso auch der Teisendorfer Brauerei Wieninger für das Sponsoring sowohl für diese Turnierserie wie für andere Veranstaltungen, besonders auch auf dem Jugendsektor. Brauereichef Christian Wieninger zeigte sich angetan von den flotten Finalpartien der Seniorenkicker, bedankte sich bei Andreas Mayländer  für die perfekte Organisation und dem TSV Teisendorf, dessen Vereinsspitze und Abteilungleitung den Spielen und der Siegerehrung beiwohnte. Er wünschte sich für nächstes Jahr wieder eine zahlreiche Pokal-Teilnahme der Vereine. Zur Verteilung gelangten an die Siegermannschaften je ein 100-Liter-Biergutschein, für die Verlierer je 50 Liter sowie 3-Liter-Magnumbierflaschen jeweils an die Kapitäne bei der Entgegennahme der Gutscheine. Mayländer wünschte abschließend den A-Senioren des SV Kirchanschöring  weiterhin viel Erfolg als  Qualifikant bei den weiterführenden  Spielen  der Kreismeister der Region Inn/Salzach und vielleicht wieder ein Vordringen bis ins oberbayerische Endspiel.