ESV Freilassing vermasselt SV Kirchanschöring die Pokalverteidigung

Wieninger Einzelmeldung

 

14.07.2011

Im Wieninger-Halbfinale  1:1 nach 90 Spielminuten – 7:6 im packenden  Elfmeter-Krimi  - Endspielgegner SG Schönau
 
Das Wieninger-Pokal-Halbfinale im Freilassinger ESV-Stadion war absolut kein Match für schwache Nerven. Im Duell um den Finaleinzug am kommenden Samstag (18 Uhr) in Teisendorf zwischen dem Kreisligisten ESV Freilassing und dem favorisierten Landesliga-Aufsteiger SV Kirchanschöring war nach 90 Minuten mit dem 1:1 – beide Treffer fielen direkt hintereinander mit Beginn der Schlussviertelstunde – eine Entscheidung ausgeblieben. Der Sieger musste also im Elfer-Duell  ermittelt werden. Erst nach dem 16. Schützen konnte  der Schiedsrichter das Spiel beenden und die ESV-Jungs stürmten auf ihren Keeper Stefan Schönberger zu, der in diesem Roulette vom Punkt seinen zweiten, und damit entscheidenden Ball meisterte und  Michael Nißl zum Unglücksschützen degradierte, dennoch im Fairplay Worte des Trostes fand.
Der ESV Freilassing  bestreitet somit das von der Privatbrauerei Wieninger mit Geld- und Bierpreisen gesponserte Turnier um Platz 1 gegen die gleichklassige SG Schönau, die zuhause den Bezirksligisten ESV Traunstein mit 2:1 das Nachsehen gegeben hatte.. Freilich, Schönau, hatte offiziell für den Wettbewerb nur seine zweite Mannschaft gemeldet, was sich aber im Turnierverlauf stark mit Kreisligaakteuren besetzt als Makulatur herausstellte.
Offenbar wollten die Wiebach-Mannen als Kreisliga-Teilnehmer im Achtelfinale nicht gesetzt werden um damit mit einer einzigen Reise-Ausnahme zur Freilassinger ESV-Zweiten weitere Auswärtsfahrten zu vermeiden. Diese hätten  sonst nach Piding (der ASV musste sich 0:2 geschlagen geben)  und  Fridolfing (der TSV verlor das Viertelfinalspiel  1:3) geführt.  So  konnte man drei Mal hintereinander relativ stressfrei zuhause antreten. Wie dem auch sei, im nächsten Turnierjahr wird Spielleiter Andreas Mayländer auf solche Taktiken  ein Augenmerk legen und im Wiederholungsfall auf eine Einladung verzichten.
Doch zurück zum Match zwischen dem ESV Freilassing  und SV Kirchanschöring: Die erste offene Spielhälfte verlief auf Augenhöhe. Der Neu-Landesligist fand  gegen die kompakt  stehenden Hausherren  kaum ein Mittel.  In Durchgang zwei kristallisierte sich eine Gäste-Überlegenheit heraus mit der Mehrzahl an Chancen. Stefan Schönberger war aber zwischen den ESV-Pfosten ein sicherer Rückhalt.  Mehrere Konter der ESVler blieben teils meist schon im Ansatz erfolglos, indes bescheinigten die Zuschauert  der Linder-Truppe Moral mit dem Ausgleich  kurz nach dem  0:1.
Die Partie hätte  die Heimelf furios beginnen können, denn Denis Krojer  legte nach 100 Spielsekunden  den Ball auf Andi Brandl in die Gasse. Der amtierende Kreisliga-II-Torschützenkönig der abgelaufenen Saison umkurvte  zwar gekonnt Goalie  Helmut Baumann, zirkelte jedoch das Leder aus spitzern Winkel an der Pfosten. Das Ganze  glich sich wieder aus, denn nach einer halben Stunde  visierte auch Michael Schild - nach  zu kurz abgewehrte Ecke in der ESV-Verwertungszone -  die Latte an. Eine Minute später war ESV-Schlussmann  Schönberger  gefordert, doch den  gefährlichen Distanzschuss  von Philip Schall klärte er zur Ecke, die der SVK nachfolgend ungenutzt ließ.  Fast mit der Halbzeit  verfehlte  Krojer  von der Strafraumgrenze nur  ganz knapp  die SV-Kiste.
In der zweiten Halbzeit  verdiente erst nach 65 Minuten die  Lattenschuss-Szene  von Traunreuts SVK-Neuzugang Michael Lissek notizwerte Erwähnung nach einem klugen Pass in die Gasse. Der Ex-Hammerauer Christian Jung traf nach einem indirekt gegebenen Freistoß direkt ins  Gästetor der Gelb-Schwarzen. Natürlich  zählte der Treffer in der 70. Minute korrekterweise nicht.  Bis zur 75.Minute waren immer noch  keine Tore gefallen, doch plötzlich ging`s Schlag auf Schlag:  Daniel  Heigermoser  verliert erst  das  Direktduell gegen Schönberger, kann den Abpraller  aber im Liegen  aus spitzem Wínkel  über den ESV-ler  ins Netz lupfen. Die kuriose Gästeführung war perfekt, hielt aber gerade mal eine Minute, dann war nach Zuckerpass  von Christian Niederstraßer Daniel Leitz zur Stelle und schob locker am Torwart vorbei zum 1:1 ein.
Jetzt wollten die Hausherren den Sieg: Eine Krojer-Flanke in den Torraum köpfte Ali Triller (80.) haarscharf am langen Eck vorbei. In der 88. Minute  preschte Brandl allein aufs Gästetor, schloss jedoch zu überhastet aus  30 Meter ab. Den gedachten Lupfer benotete er im Nachtarock in Eigenkritik  als „mangelhaft“. Die letzten Szenen überstand der ESV mit Glück, denn einen gefährlichen Schuss  von  Michi Obermayer wehrte Schönberger super ab und in der Schlussminute  hatte Heigermoser nach einem Eckenhereingabe und Getümmel schlichtweg Pech – er traf  den Querbalken.
Das folgende Elfmeterschießen, beginnend mit dem ESV, verlief folgendermaßen: 1:0 Andre Köppl, 1:1 Stefan Schmiedhuber, Torwart Baumann wehrt  gegen Ali Triller ab, 1:2 Michael Schild, 2:2 Christian Jung,  Tormann Schönberger behauptet sich gegen  Bruno Tschoner, 3:2 Christian Niederstraßer, 3:3  Manuel Schild, 4:3 Hermann Hiebl, 4:4  Bernd Eimannsberger, 5:4 Andreas Brandl, 5:5 Simon Singhammer, 6:5  Bekir Gezer,  6:6 Robert Berg,  7:6 Niko  Otto, Schönberger entschärft den Schuss von  Michael Nißl.
Mit dem Freilassinger Erfolg ist somit auch eine Pokalverteidigung des Vorjahreschampions SV Kirchanschöring nicht mehr möglich. Im „kleinen Finale“ um Platz 3 treffen die Mannen um Aktivtrainer Robert Berg am Samstag um 16 Uhr in Teisendorf auf den ESV Traunstein, der wie eingangs berichtet, in Schönau 1:2 unterlag.  (schl)