Laufener Landweizen für das „Rupertiwinkler Lokalbier“ der Brauerei Wieninger

Wieninger Einzelmeldung

 

29.03.2017

Die Brauerei braut im Herbst das erste Bier mit ausschließlich Zutaten aus dem Rupertiwinkel

Laufener Landweizen für das Wieninger Bier – von der Idee „bei einer Bierlaune geboren“ – wie Brauereichef Christian Wieninger zugibt, bis zum endgültigen Brauen des Bieres aus ausschließlich Zutaten aus dem Rupertiwinkel brauchte es viele Vorbereitungen und vor allem Viele, die dieser Idee mit ihrer Tatkraft und ihrem Engagement dazu verhelfen, im Herbst diesen Jahres nach der Ernte des heimischen Teisendorfer Hopfens ein neues, in Anbau, Verarbeitung und Verwendung der benötigten Zutaten zukunftsweisendes Bier einbrauen zu können.

„Und jetzt ist es so weit!“ Brauereichef Christian Wieninger und Braumeister Bernhard Löw überzeugen sich davon, dass der zu diesem Rupertiwinkler Lokalbier benötigte Laufener Landweizen auf dem ca 2 ha großen Feld Landwirts Oswald Öttl schon zu sprießen beginnt. Neugierig auf das zu erwartende Ergebnis freut sich Bürgermeister Hans Feil in seiner ersten Begutachtung des Laufener Landweizens auf dem Feld von Bauer Öttl in der Nähe von Schloss Triebenbach über das gesunde Wachsen der im letzten Jahr erstmals im Gebiet von Laufen angebauten alten Getreidesorte. „Mehr Regionalität und Rupertiwinkelbeswusstsein“, das erhofft sich der Bürgermeister von diesem Projekt und ist heute schon überzeugt von dem zu erwartenden durchschlagenden Erfolg dieses Bieres.

 

„Aus der Natur kommen wir und in die Natur gehen wir.“ Die Vorsitzende der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land e.V. Johanna Aicher – nennt es ermutigend, wie hier von der Brauerei Wieninger gute heimische Qualität in der Nachhaltigkeit der heimischen Erzeugung und Verarbeitung eine hohe Wertschätzung erfährt. „Die so erzeugten Produkte zeigen in ihrer Entstehung das Gesicht der Heimat.“ Man kenne das „Gesicht“ des Anbaus, der Herstellung; man kenne das „Gesicht“ des Herstellers und sei dann gerne Verbraucher.

 

Informationen zum Laufener Landweizen

Mit 50 Körner hat es 1996 begonnen und entwickelt sich inzwischen zur Erfolgsgeschichte im Anbau einer alten, im Erzbistum Salzburg beheimateten Weizensorte. Ehedem im Gebiet des heutigen Rupertiwinkels angebaut überdauerten in einer Samenbank in Braunschweig einige dieser Körner. „Wir bekamen nur 50 Körner, mehr gibt die Samenbank nicht ab und es dauerte 10 Jahre, bis wir bei uns in Straß bei Laufen auf unserem Versuchsfeld genügend Samen für einen Acker nachgezogen hatten.“ Herr Sturm von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege Laufen konnte dann nach der vorgeschriebenen Zwischenauslese mit der Prüfung auf Sortenreinheit in Weihenstephan das Saatgut für die ersten Aussaaten an Bauern weitergeben.

Der inzwischen sich einstellende Erfolg gibt Herrn Sturm in seinen Bemühungen recht: Dieses Getreide bringt sogar durch die nur halb so dichte Aussaat wie bei herkömmlichem Getreide und die hohe Standfestigkeit der Halme mit seiner äußerst kräftigen Verwurzelung trotz der „dünnen Aussaat“ 80% des herkömmlichen Ertrages. Weitere Vorteile liegen darin, dass bei den in unserer Region hohen Niederschlägen die Sporen des Pilzes Fusarium graminearum kaum Chancen haben, sich zu entwickeln. Dieser Pilz tritt in Bayern häufig an Getreide auf und produziert auch für den Menschen giftige Stoffe. Ein lückig wachsender und hochwüchsiger Weizen lässt diesem Pilz keine Chance, das Mehl wird dadurch für den Konsumenten wertvoller. Dieser Weizen gleicht die geringere Aussaatstärke (ein Drittel bis zur Hälfte der üblichen Aussaat) mit kräftigen, hohen Stängeln und großen Ähren aus. Es macht dabei „viel Stroh“. Wichtig ist im Anbau, dass die auftretenden Lücken in der Ansaatphase schnell von Ackerwildkräutern wie Kornblume, Klatschmohn und Echte Kamille geschlossen werden. Die müssen heute eingesät werden, da viele Äcker nur noch eine Handvoll „Problemunkräuter“ aufweisen. Die Kombination dieses hochwüchsigen Winterweizens und der Ackerwildkräuter schützt gleichzeitig den Boden gegen Bodenabtrag. Ein sehr willkommener Nebeneffekt dieser Maßnahme: Wunderschön mit Kornblumen und Mohn in blau und rot blühende Getreidefelder, auf denen schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehene Kräuter wie Kamille sich finden. Und dies zur richtigen Zeit, wenn unsere Bienen besonders viel Nektar und Pollen benötigen und der Tourismus in unserer Region Hochsaison hat.