Strom und Heizung aus erneuerbaren Energien

Wieninger Einzelmeldung

 

09.01.2018

Privatbrauerei Wieninger setzt auf umweltorientierte Betriebsführung – 8. Umwelterklärung zieht positive Bilanz  

Bei der Privatbrauerei Wieninger kommen inzwischen 76 % der Energie aus Biomasse, Biogas und Photovoltaik.  Fossile Brennstoffe (Heizöl)  werden nur noch zur  Abdeckung von Spitzenlasten verwendet. Von den erneuerbaren Energieträgern  nimmt die Biomasse mit 47 % den mit Abstand größten Anteil ein. Durch die Umstellung auf erneuerbare Energien konnten die CO2 Emissionen deutlich gesenkt werden. Betrugen sie zum Beispiel 2010 noch rund 2 Millionen kg pro Jahr, so waren es 2017 nur noch rund 800.000 kg. Die Angaben sind der 8. Umwelterklärung der Brauerei von November 2017 entnommen. Mit der bereits 1996 erworbenen Zertifizierung nach der EU-Öko-Audit-Verordnung (EMAS),  dem weltweit anspruchsvollsten System für nachhaltiges Umweltmanagement, hat sich die Brauerei verpflichtet in regelmäßigen Abständen  eine solche Erklärung mit wichtigen Daten,  wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emissionen, Abfälle etc. zu erstellen und öffentlich zu machen.

Die stetige Reduzierung der CO2-Belastung der Umwelt durch die Brauerei ist ein wichtiges Ziel der  umweltschonenden Betriebsführung. Dies soll vor allem durch den möglichst sparsamen Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Nutzung regenerativer Energien erreicht werden. Auch die CO2-Rückgewinnungsanlage gewährleistet, dass das  im Gär- und Lagerkeller freigewordene Gärungs-CO2 nicht an die Umwelt abgegeben wird.

Laut Braumeister Bernhard Löw war die  Umstellung der Energieversorgung der größte Meilenstein bei der Umsetzung der Umweltziele. Heute beruht  die  Energieerzeugung (Wärme und Strom) der Brauerei Wieninger auf mehreren   Säulen, die sich optimal ergänzen: einem  Hackschnitzelheizkraftwerk (Biomassekessel), zwei Blockheizkraftwerken, einem Leichtölkessel und einer Photovoltaikanlage. Durch die Verbrennung der Hackschnitzel wird die für die Produktion notwendige Wärmenergie erzeugt. Diese wird benötigt für das Erwärmen und Kochen großer Flüssigkeitsmengen im Sudhaus, für die Fass- und Flaschenreinigung, die bei hohen Temperaturen und hohem Wasserverbrauch erfolgt, für die Sterilisation der Bierfilter und die Erwärmung der Lagerräume. Die entstehende Abwärme wird in ein  2.300 m langes Fernwärmenetz eingespeist, das angrenzende betriebseigene Anwesen zentral versorgt. Durch diese Maßnahme konnten sieben dezentrale Heizölbrenner ersetzt werden. In der Anlage werden jährlich zwischen sieben- und achttausend Schütteraummeter an Hackschnitzeln aus regionaler Produktion verbrannt und damit rund 5.600 Megawattstunden Energie erzeugt. Durch den Aufbau zentraler Pufferspeicher für Brau/Brauchwasser zur Speicherung der überschüssigen Energie konnte ein kontinuierlicher Betrieb des Biomasseheizkessels erreicht werden.

Die beiden Blockheizkraftwerke verwerten die  Klärgase aus der Abwasservorbehandlungsanlage. Die Brauerei verwertet pro Jahr rund 160.000 Kubikmeter Klärgas und erzeugt damit 340.000 kWh Strom für den Eigenverbrauch und rund 500.000 kWh thermische Energie für das betriebseigene Fernwärmenetz. Überschüssige Wärmeenergie wird in  ein Fernwärmenetz der Gemeinde Teisendorf eingespeist. Im Sommer übernimmt die Brauerei die gesamte Versorgung dieses  Netzes.

Bereits 2003 wurde der erste Bauabschnitt der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Brauerei realisiert. Die Anlage wurde dann bis 2012 in mehreren Schritten erweitert und erzeugte in 2017 rund 400.000 Kilowattstunden Eigenstrom. Der meiste Strom wird zum Antrieb der Kältemaschinen sowie zum Betrieb von Pumpen und Abfüllanlagen verbraucht.

Damit die beschriebene Umstellung der Energieversorgung die gewünschten Wirkungen erzielt, musste  auch der Produktionsprozess an  das neue Energieversorgungskonzept angepasst werden, erklärt Braumeister Löw. So galt es zum Beispiel Spitzenzeiten möglichst zu vermeiden, um die Energie kontinuierlich abzurufen und den Ölverbrauch zum Betrieb des Spitzenlastkessels niedrig zu halten. Der Optimierungsprozess  ist kontinuierlich und soll sich in vielen kleinen und größeren Maßnahmen fortsetzen.

Bereits in den  1990ern hat sich die Brauerei entschieden, den Weg einer ressourcenschonenden  Produktion zu gehen. Dass sie dabei  in vielen kleinen und großen Schritten  schon viel erreicht hat, zeigt neben der Umwelterklärung auch die Erneuerung der Zertifizierung nach der EU-Öko-Audit-Verordnung (EMAS), die vor Kurzem vollzogen wurde. Wichtiger ist aber laut Löw, dass es gelungen ist, auf diesem nicht immer einfachen Weg auch die Mitarbeiter mitzunehmen, so dass sie heute voll hinter den Umweltzielen und dem Leitbild ihres Betriebes stehen.

 

Foto_Heizraum. Ein Blockheizkraftwerk und der Spitzenlastkessel gehören zur Energieversorgungsanlage der Brauerei Wieninger. Foto. M. Konnert

Foto-Heizflamme. Durch die Verbrennung von Hackschnitzeln im Biomassekessel wird heißer Wasserdampf erzeugt. Foto. M. Konnert